Info zur Kommunion 2020

Liebe Eltern, Großeltern und Verwandte unserer Kommunionkinder.

Am Sonntag hätten wir in Furth im Wald und Ränkam die Erstkommunion. Leider müssen wir sie verschieben. Termine möchte ich erst nennen, wenn sie auch wirklich einzuhalten sind. Es wäre schön, wenn es noch im frühen Sommer ginge. Vielleicht haben Sie in unserer Stadtpfarrkirche schon unsere neue Osterkerze betrachtet. Auf ihr befindet sich ein Schmetterling. Er hat seine Hochsaison von Sommer bis Herbst. Der Schmetterling ist Zeichen für die Auferstehung und das neue Leben. Was er ist, geschieht durch Wandlung. Die Verwandlung der fressenden Raupe über die scheinbar leblose Puppe zum prächtigen Schmetterling. Leben – Tod – Auferstehung. Er ist aber nicht nur ein österliches Symbol, sondern er passt auch sehr gut zur Erstkommunion, denn sie ist wie jede Eucharistiefeier ein Fest der Verwandlung.

Als katholische Christen glauben wir ja daran: In der Eucharistie, die wir am Sonntag und manchmal auch werktags feiern, geschieht eine Wandlung von Brot und Wein. Damit erinnern wir daran, dass Jesus von Nazaret beim letzten Abendmahl seinen Freunden Brot und Wein reichte und dazu sagte: „Das ist mein Leib, das ist mein Blut! Tut dies zu meinem Gedächtnis!“

Eucharistie ist damit das Fest der Wandlung, der Verwandlung.

Brot und Wein verändern sich nicht dadurch, dass der Priester die Wandlungsworte über sie spricht – sie verwandeln sich. Und diese Verwandlung meint nicht nur Brot und Wein, sondern diese Verwandlung meint auch uns. Verändern und verwandeln: zwei Wörter, die sich ähnlich anhören - und doch etwas ganz Verschiedenes meinen. Veränderungen gehen von außen nach innen, manchmal gewaltsam und unter Druck. Verwandlungen geschehen im Innern und wirken nach außen. Nichts und niemand kann eine Verwandlung herbeizwingen. Der christliche Glaube will keine Veränderung des Menschen – und immer dann und dort wo er darauf reduziert wird, wenn zum Beispiel gefordert wird, die Kirche muss sich verändern, der Pfarrer muss anders sein, die Gläubigen müssen sich so und so verhalten, werde ich misstrauisch. Denn der christliche Glaube will nur eines, nämlich: Im Menschen soll sich von innen heraus etwas verwandeln. Zuerst muss die Verwandlung kommen, dann erst kann sich etwas verändern. Im Gegenteil: Jede Verwandlung wird Veränderungen mit sich bringen, aber nicht jede Veränderung zieht eine Verwandlung nach sich. Verwandlung ist ein sanfter Prozess. Verwandelt kann ich nur werden, selbst kann ich mich nicht verwandeln. Mein aktiver Part dabei ist das Zulassen – bei der Veränderung ist es das Machen. Verwandlung ist ein organischer Prozess, der etwas mit Wachsen und Leben zu tun hat, eben so, wie aus der Raupe und der Puppe ein Schmetterling wird.

Ihr Pfarrer

Karl-Heinz Seidl