Jahresabschlußgottesdienst 2018 Furth im Wald

Beim festlichen Jahresabschlussgottesdienst haben die Further Christen am Silvester-Nachmittag in der Stadtpfarrkirche um 16 Uhr das sich zu Ende neigende Jahr 2018 in Dankbarkeit vor Gott gebracht. Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl sprach zu Beginn der heiligen Messe davon, dass bei jedem die Jahresbilanz anders ausfallen wird. Für die einen war es eine schöne Zeit, die viel zu schnell vergangen ist, eben, ein gutes Jahr. Andere haben vieles durchgemacht. Für sie war es ein schweres und hartes Jahr. Sie mussten oder müssen noch immer mit Schicksalsschlägen fertig werden. Belastungen und ungeklärte Fragen drücken. Pfarrer Seidl erinnerte dabei auch an den Hagel vom Juni, der in nur 10 Minuten enorme Schäden angerichtet hat. Dieses Unwetter hat nicht nur ein Fiasko hinterlassen, es hat auch ein Gefühl des Ausgeliefertseins vermittelt. Doch da waren auch wunderbare Begegnungen, private und kirchliche Feste, Zeichen der Verbundenheit und des Zusammenhaltens, Nachbarschaftshilfe und große Spendenbereitschaft.

„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“ Mit dieser ersten Strophe des Gedichtes von Dieter Bonhoeffer begann Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl seine Predigt. Der Anfang eines neuen Jahres ist mehr als nur die Nummer eines Kalenders. Dabei zeigte er dann auf, dass es in verschiedenen Kulturen und Religionen nicht der 1. Januar ist, an welchem eben für sie ein neues Jahr beginnt. Die christliche Welt jedoch hat sich an den römischen Neujahrestermin gehalten, den 1. Januar, basierend auf der Kalenderreform von Julius Cäsar. Die Römer hatten ein gutes Gespür für die Gefühle der Menschen. Sie legten die Jahreswende in eine finstere Zeit, nahe dem Scheitelpunkt von Dunkelheit und Licht. Das, so Pfarrer Seidl, schrieb eben auch Dietrich Bonhoeffer in seinem Neu-Jahres-Gedicht im Winter von 1944 an seine Verlobte Maria von Wedemeyer. „Führ', wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht“. An Weihnachten, so der Further Stadtpfarrer, blicken wir auf das Kind in der Krippe. Zum Jahreswechsel schauen wir auf uns selbst als Menschen in der Zeit, einer Zeit, die uns geschenkt ist. Zeit, die wir haben und doch noch nicht haben. Sicher ist, was war, unsicher ist jedoch was kommt. Dazwischen liegt der Augenblick. Gott ist da, wo sich die Menschen durch die Zeit durchkämpfen. Darum darf man mit Gott voll Vertrauen in ein neues Jahr gehen.

In den Fürbitten gedachten die Gläubigen der im Pfarreienverbund Furth im Wald / Ränkam getauften Kinder, der Erstkommunionkindern, der neugefirmten Christen, der Brautpaare sowie der Verstorbenen des Jahres 2018, aber auch der aus der Gemeinschaft ausgetretenen Menschen.Nach der Kommunionausteilung trat die Sprecherin des Further Pfarrgemeinderates, Johanna Plach, ans Mikrofon. Sie lud die Gottesdienstbesucher ein, nach der kirchlichen Feier vor die Sakristei zu kommen zu einem Glas Sekt. Eine Pfarrgemeinde sei wie eine Ehe, die zusammenhält in guten wie in schlechten Tagen. Wir haben miteinander Feste gefeiert, und Sie lassen uns auch nicht im Stich bei unseren katastrophalen finanziellen Situationen, so Johanna Plach. Auch Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl dankte für die vielfältigen Mithilfen und Unterstützungen.

Nach dem Schlussgebet erklang bei der Verehrung des Allerheiligsten das von vielen traditionsbewussten Kirchgängern so geschätzte Chorlied „Bevor ich mich zur Ruh' begeb“ von Franz Xaver Englhart, der um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Furth im Wald als Kaplan wirkte, bevor er nach Regensburg als Domkapellmeister berufen wurde. Als Solisten waren zu hören Bernadette Kandsberger (Sopran) aus Pemfling und Wolfgang Kraus (Tenor) .
Danach wurden zunächst einzeln die Kirchenglocken der Stadtpfarrkirche geläutet, bevor sie dann gemeinsam in den Lobpreis Gottes einstimmten zusammen mit dem Gemeindegesang „Großer Gott wir loben dich“.

Unter der Leitung von Regionalkantor Wolfgang Kraus gestaltete der Kirchenchor diesen Jahresabschlussgottesdienst mit traditionellen Weihnachtsgesängen. Als Orgel-Nachspiel dieses Silvestergottesdienstes intonierte Wolfgang Kraus dann noch die virtuose Toccata „Te deum“ seines Vaters Eberhard Kraus.

Im Anschluss daran wurde in kleinem Rahmen die langjährige Kirchenchorsängerin Stefanie Köhl verabschiedet. Wolfgang Kraus und Stadtpfarrer Seidl dankten ihr mit einem Blumenstrauß für ihr über fünfzigjähriges sängerisches Wirken beim Further Kirchenchor.
Nach der Feier des Gottesdienstes nahmen viele Gläubige das Angebot des Pfarrgemeinderates gerne an, vor der Sakristei mit einem Glas Sekt oder Orangensaft auf ein gutes und gesegnetes neues Jahr 2019 anzustoßen.