Überall auf der Welt feiern die Christen am Heiligen Abend feierliche Gottesdienste in Erinnerung an jene Nacht, die als „Heilige Nacht“ bezeichnet wird. Auch in Furth im Wald feierten um 23 Uhr die Gläubigen mit dem neuen Further Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl dessen erste Christmette in der Stadtpfarrkirche Mariä-Himmelfahrt. Weihnachtliches Orgelspiel von Regionalkantor Wolfgang Kraus erklang schon vor Beginn des Gottesdienstes in der hell erleuchteten Kirche. Unmittelbar vor Beginn der Christmette sang er dann die feierliche „Ankündigung von der Geburt Jesu“ nach dem Römischen Martyrologium. Dessen Text enthält für Weihnachten die Datierung der Geburt Jesu nach verschiedenen Ereignissen der Heilsgeschichte und der profanen Geschichte seit der Erschaffung der Welt.Weihnachten, so Stadtpfarrer Seidl, ist schon lange her, mehr als 2000 Jahre. Und Bethlehem ist weit weg, mehr als 3000 Kilometer. Was damals in Bethlehem geschah, ist einzigartig und entscheidend für das Heil der Welt. Mit dem Zitat des schlesischen Priesters und Dichters Angelus Silesius (1624-1677) „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du gingest ewiglich verloren!“ verdeutlichte Pfarrer Seidl, dass dieses Ereignis von Bethlehem nicht ausreicht für unser Seelenheil, wenn es nicht in uns geschieht. Denn die Geburt Jesu ist keine bloße Erinnerung an ein Ereignis der Weltgeschichte. In seiner Predigt ging Stadtpfarrer Seidl auf die Bedeutung der Sterne ein. Im Text des Kirchenliedes von Jochen Klepper aus dem Jahr 1938 wird Christus als Morgenstern bezeichnet, und als Stern der Gotteshuld. In der Kulturgeschichte der Menschen, so Pfarrer Seidl, spielen Sterne eine große Rolle auch als Wegweiser. Für die Christen ist der Stern aber nicht nur eine Sehnsucht. Christus ist der Stern, das Licht, welches aufgegangen ist im Stall von Bethlehem. Und der am Ende der Zeit ebenfalls leuchten wird.
Beim Festgottesdienst am Abend des Ersten Weihnachtstages sprach Kaplan Daniel Schmid von der Liebe Gottes, die im Stall von Bethlhem Mensch geworden ist. Jeden Tag, nicht nur an Weihnachten, dürfen wir zu unserem Gott gekommen. Er ist menschenfreundlich. Das möchte uns Weihnachten heute sagen. In seiner Predigt sprach Kaplan Schmid vom Wort Gottes. Jeden Tag verwendet der Mensch, auch über die verschiedensten Kommunikationsmittel, so viele Worte, die oftmals gar nicht notwendig wären. Wörter, die gut tun, die aber leider oft zu wenig sind. Leider aber gibt es oft Wörter, die einen verletzen. Oder Worte, die nicht ausgesprochen werden in Situationen, in denen man etwas sagen hätte müssen. Gott aber beschränkt sich nicht auf Wörter, nicht auf Belehrungen oder fromme Gebete. Gottes Wort ist ein Wort der Tat. Kaplan Schmid verdeutlichte dann, ausgehend von der Textpassage „Gottessohn, oh wie lacht“, dass Gott uns anlächelt. Gott lächelt uns Menschen zu, hier auf Erden, aber auch einst in der Ewigkeit. Gott liebt die Menschen, er hilft und er trägt uns. „Tun es auch wir. Verwenden wir nicht viele Worte, sondern lächeln wir einfach unsere Mitmenschen einmal kräftig an. Das ist mehr wert als viele Worte“.

Mit festlicher Musik wurde sowohl die Mitternachtsmesse am Heiligen Abend wie auch der Festgottesdienst am Abend des Ersten Weihnachtstages gestaltet. Kirchenchor und Orchester der Pfarrei Mariä-Himmelfahrt Furth im Wald brachten unter anderem die „Missa in G-Dur“ (op. 80) von Max Filke für Chor und Orchester unter der Leitung von Wolfgang Kraus zu Gehör.

Nach dem Festgottesdienst zum Ersten Weihnachtsfeiertag zog Kaplan Daniel Schmid zusammen mit dem Altardienst zur großen Kirchenkrippe ins hinterste Eck der Kirche, um dem Jesuskind seine Aufwartung zu machen. Vielleicht wird diese Krippe in den nächsten Tagen auch Ziel von grroßen und kleinen Kirchenbesuchern. Und wer ein 10-Cent-Stück einwirft, läßt die Beleuchtung der Krippe erstrahlen.